Montag, 20. August 2007

Transalpine Run, Tag 1: Oberstdorf - Steeg (28,9km, +1496hm/-1185hm)
































1. September 2007


Liebe Leserinnen und Leser,

Die Nacht zum Tag... und zum Regen
Nach einer mehr oder weniger ruhigen Nacht (240 Leute in einer Turnhalle) am Morgen um 7h: Bindfäden hat es geregnet. Na gut, der Start war erst um 11h angesagt, somit hatte der Regen noch Zeit zum Aufhören. Das tat er dann auch und so standen Kurt und ich vor der Startlinie mit 179 anderen Teams aus sage und schreibe 28 Nationen. Es hatten sich noch etliche Teams kurzfristig angemeldet und somit sind nun, um einige Länder zu nennen, auch Chilenen, Südafrikanerinnen, Norweger und sogar ein Team aus Bermuda mit dabei. Spannend wird es werden – für alle, egal woher sie kommen.

Stairways to hell aber mit der Ruhe und mit viel Wasser
Der Start Countdown läuft und „Stairways to hell“ von ACDC wird eingespielt... Felstreppentritte schon, aber dann bitte schön in die andere Richtung. Der Himmel ist mir da schon lieber, denn es soll kein Höllenritt werden – zumindest nicht schon am Anfang. Kurt und ich gehen das Ganze ruhig an und lassen den Ungestümen den Vortritt. Schon bald geht es von sanften Fahrwegen zur richtigen Sache des Trailrunnings: Ab und auf über Bergwege hinauf zum „Mädelejoch“, welches 1973 m.üM. liegt. Wir haben einen schönen und gleichmässigen Rhythmus und so kann ich die Landschaft nun richtig geniessen. Wir folgen lange einem wunderschönem Fluss der weiter oben in einen wildrauschenden Bergbach über. Lukas, mein Freund und Leiter unserer Kanuschule, kommt mir natürlich in den Sinn: Er hätte hier sicherlich auch seine Freuden auf dem Wasser neben uns. Wir aber müssen oft über kleiner Bergbächlein springen und manchen Balanceakt vollziehen. Graziles, tänzerisches Laufen ist also gefragt, damit die Füsse trocken bleiben. Beim Hinunterlaufen ist äusserste Vorsicht geboten, da der Regen der letzten Zeit den Boden gesättigt hat und die Steine eine ziemliche Rutschpartie sind. Unterdessen hat es wieder leicht gerieselt, aber alles halb so wild. Die Verhältnisse sind eigentlich sehr angenehm zum Laufen.

Endlich wieder laufen!
Nach einer Woche fast ohne Bewegung (Taperingsphase vor einem Wettkampf) war ich richtig froh, heute wieder laufen zu können. Ich laufe nämlich für mein Leben gern und das kann ich hier eine ganze Woche lang tun (na ja, wahrscheinlich bekomme ich per Ende Woche dann schon noch genug davon). Meine Beine fühlen sich gut an und wir laufen locker. Wenn es zu steil wird, gehen wir in zügigem Schritttempo. Nach einem zweiten langgezogenem Anstieg kommen Kurt und ich knapp unter 4 Stunden in Steeg an. Unser Ziel ist es in Latsch gesund anzukommen. Ein Schritt in diese Richtung ist gemcht, aber es werden noch viele harte Tritte auf uns warten. Nun sind wir aber glücklich und zufrieden, dass wir die erste Etappe so gut überstanden haben.

Fazit des Tages
Die Einstiegsetappe ist gelungen. Die Beine und Füsse sind noch gut beeinander und wir fühlen uns so weit ok. Das liegt auch daran, dass wir gerade nach dem Zieleinlauf ins Bad von Steeg konnten und uns durchsprudeln lassen konnten. Eine Wohltat! Aber deshalb hat es auch ein wenig länger gedauert, bis dieser Bericht entstanden ist. Ich habe das Stretching auf nach dem Abendessen verschoben, damit ich die Zeilen noch schreiben kann. Und dann ist noch der Internet dienst im Race Office zusammen gebrochen. Improvisation ist gefragt: In einem Hotel bin nach insistentem Nachfragen an den Hotelcomputer gelassen worden... Wir hoffen morgen auf einen weiteren guten Tag und lassen uns überraschen, was die Bergwege bringen...

Bis morgen!
Herzliche Grüsse,
Fränzi


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