
2. September 2007
Liebe Leserinnen und Leser,
Gut geschlafen und einrollendes Einlaufen, um ein wenig mehr Gas zu geben
Die heutige Nacht im Athletencamp war einiges angenehmer, als die letzte: untergebracht waren wir in einer Gruppe von ca. 40 Leuten im Kindergarten von Steeg. Geschlafen habe ich fast wie ein Murmeltier und Kurt ist es nicht anders ergangen. Pünktlich um 7.45h sind wir wieder mit allen anderen am Start versammelt und haben aufgrund unserer gestrigen Leistung im ersten Startfeld Platz nehmen dürfen. Dies macht die Sache einiges angenehmer, da man vorweg seinen eigenen Rhythmus laufen kann. Der erste langgezogene Aufstieg ist angenehm zum Einlaufen und lässt dem „Motor“ Zeit zum warm werden. So geben wir beim ersten richtigen Anstieg im Berggelände ein wenig mehr Gas als gestern, aber immer noch schön in unserem Tempo. Wer aber meint, dass alle Läuferinnen und Läufer verbissen sich den Berg hoch kämpfen, liegen eher falsch. Unterwegs wird hier und dort ein Wort gewechselt. Von wo man denn kommt und was man denn sonst so im Leben macht – neben dem Laufen natürlich. Das ist das angenehme an Langdistanzrennen, dass hierfür noch Zeit ist.
Schlamm und Bergsteige – gut durchgekommen auch dank dem guten Material
Die heutige Etappe war geprägt von unterschiedlichsten Bedingungen zum Laufen: Die ersten 12 Kilometer waren geprägt von rutschigem und manchmal knöcheltiefem Schlamm. Hier wurden unsere wasserdichten Laufschuhe aufs Härteste geprüft. Ein richtig herrliches Gefühl mit trockenen Füssen hoch zu kommen! Auch das sonstige Material von Salomon ergänzt unsere physische Kondition optimal. Bei einem anspruchsvollen Berglauf gibt es kein Pardon: hier muss alles stimmen. Weiter oben auf 2400 m.ü. M. erwarten uns sehr anspruchsvolle Bergwege, die z.T. sehr abschüssig sind. Wer hier nicht schwindelfrei ist, hat also noch mit ganz anderen Sachen zu kämpfen, als nur mit der Distanz und den Höhenmetern.
Verpflegung do it yourself perfekt organisiert: Wie es an einer Verpflegungsstelle zu und her geht...
Kurt und ich haben ein gutes System zur Verpflegung unterwegs entwickelt: Kurt trägt einen kleinen Laufrucksack mit Wasser, Energiestengeln und dem vorgeschriebenen Kleidermaterial (Regenjacke, Isolierschicht, Mütze und Handschuhe sowie eine Rettungsdecke, Notfallapotheke und Kartenmaterial). Die von mir zu Hause abgepackten Kohlenhydratbeutel kann ich dann an einer Verpflegungsstation in den Bidon leeren und frisches Wasser dazugiessen. Nun der ganze Ablauf vor einer Verpflegungsstelle, deren zwei es heute auf der Strecke hatte: Da Kurt schon zwei Mal am Transalpine teilgenommen hat, ist er bestens orientiert über die Strecke und weiss, wo die Verpflegungen sind. Vor der Station besprechen wir, was wir auffüllen müssen (Wasser, Iso etc.) und wer auch einmal gerade dort austreten muss. An der Kontrollstelle und Verpflegungsstation angelaufen wird man zuerst registriert, Kurt geht Wasser auffüllen, ich renn hinter einen Baum, komm zurück, pack mir ein paar Nüsse und einen Schnitz Orange und fülle den Kohlenhydratbidon. Der ganze Zauber dauert 2-3 Minuten und dann sind wir schon wieder fort. Es ist eigentlich erstaunlich, wie wenig man auf einer solchen Tour unterwegs braucht (dafür wird im Ziel und am Abend wieder aufgefüllt.
Fazit des Tages
Die Strecke war heute anspruchsvoll, trotzdem sind Kurt und ich wieder gut in St. Anton angekommen. Der lange Abstieg nach St. Anton gingen wir vorsichtig und bewusst langsam an, um Muskulatur und Gelenke zu schonen. Es werden noch genug auf diese zukommen in den nächsten Tagen... Da wir bereits um 12h im Ziel angekommen waren (Start war um 8h), genossen wir den heutigen Nachmittag mit Stretching an der Sonne (herrlich!!), Sprudelbad und Massage. Wir fühlen uns für die morgige Etappe soweit gewappnet. Das ist auch besser, denn morgen wartet eine der strengsten Etappen auf und mit 2400 Höhenmetern. Ich habe das Gefühl, dass dort das Rennen eigentlich erst richtig beginnen wird und so habe ich einen riesen Respekt vor dem, was noch kommen wird. Wir sind in der Wertung noch ein wenig vorgerutscht und so ist uns der erste Startblock morgen wieder sicher. Der Start ist morgen schon um 7h in der Früh wegen schlechten Wetterprognosen. Deshalb steigen wir morgen hoffentlich einigermassen frisch um 5h aus den Federn. Early birds.
Bis morgen!
Herzliche Grüsse,
Fränzi und Kurt
Sponsoren: Raiffeisen Engiadina, Scuol / Engadin Scuol Touristik AG / Outdoor Engadin, Laufschule Scuol / Salomon Sportbekleidung / Energia Engiadina Scuol / Meier-BECK Sta. Maria V.M. / Stickerei Sarsura Zernez /
www.outdoor-engadin.ch
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen