Mittwoch, 22. August 2007

Transalpine Run, Tag 5: Bergsprint Scuol - Motta Naluns (6km, +936hm )















5. September 2007

Liebe Leserinnen und Leser,


Scuol – das Trail-Running-Paradis


Ein erster Blick aus dem Fenster: das Trail-Running-Paradis Scuol zeigt sich in einem etwas anderen Kleid als erwartet (im Vorjahr drückten Temperaturen um die 30°). Heute dichter Schneefall und Motta Naluns, unser Ziel des Bergsprints, vom Tal nicht sichtbar. Nichtsdestotrotz, ein echter Outdoorsportler schätzt jedes Wetter. Hier ist der Kopf ebenso gefragt wie gute Beine: Schneefall und Wind können entweder als Gegner oder als herausfordernder Motivator und als faszinierende Launen der Natur positiv gesehen werden. Schon so oft war ich auf den vielen Wege des Scuoler Laufmekkas unterwegs und schätze jedesmal von neuem die Andersartigkeit der Laufeindrücke gegeben durch Jahreszeit, Wetterstimmungen und Tageszeit. Heute war die Wahrnehmung dieser Einflüsse wieder aufs Intensivste möglich! Der Bergsprint zeigt den Teilnehmern des Transalpine-Run nur eine kleinste Auswahl an der aussergewöhnlichen Vielfalt an spannenden und abwechslungsreichen Trails. Scuol und seine Umgebung ist eine Schatzkiste für Läufer, das definitiv zu entdecken ist, wer es nicht schon hat. Übrigens auch ein Geheimtipp von zahlreichen Transalpine-Runnern, welche die Landschaft, das Dorf und die Erholungsmöglichkeiten (Bogn Engiadina) zu schätzen wissen. Das perfekte Trainingscamp für den nächsten Transalpine Run ist – Sie werden es erahnen – in Scuol. Be there.


Aufhebung der 2-Minuten-Regel und die taktische Fehlüberlegung


Bekanntlich schreibt das Trailbook vor, dass die Kontrollposten innerhalb von 2 Minuten durch beide Laufpartner angelaufen werden müssen. Der Bergsprint vom alten Dorfplatz in Scuol auf die Motta Naluns bildet da eine Ausnahme: hier wird diese 2-Minuten-Regel aufgehoben, dass heisst, der Bergsprint wird wie ein gewöhnlicher Berglauf mit gestaffelter Startzeit: jedes Team erhält am Vorabend seine eigene. Die ersten - aufgrund der Vortagesklassierung von hinten nach vorne - Teams starten um 10.00 Uhr; dann alle 30 Sekunden; wir sind um 11.05 Uhr an der Reihe. Wir gehen wie gewohnt unserTempo und laufen aus Teamgeist zusammen. Kurt und ich sind erstaunt, wir überholen viele der vor uns gestarteten Teams, nur ein Bergläufer müssen wir ziehen lassen. Das glitschige, rutschige Terrain ist unsere Stärke. Zwei-, dreimal rutschen aber auch wir leicht aus, können uns aber ohne grössere Zwischenfälle jeweils auffangen. So erreiche ich, ohne es anzustreben, die Motta Naluns in 57 Minuten die zweitbeste Zeit der Frauen insgesamt.

Nach Bekanntgabe der Resultate merken wir, dass wenn Kurt sein Tempo gelaufen wäre – er lief in den Vorjahren Zeiten von 48 und 49 Minuten - wir den zweiten oder dritten Platz in der Mixed-Kategorie erreicht wären. Nobody is perfect – vor allem auch wir nicht.


Und es gibt sie doch, die Heinzelmännchen… und v.a. –frauen!


Nachdem wir mit der Gondelbahn (äusserst unglaublich schön – kein Bergrunterlaufen heute!) wieder in Scuol sind, treffen wir einen Journalisten von Radio Rumantsch für ein Radiointerview. Danach schnurstracks ins Bogn Engiadina Scuol und lassen unsere Haxen durchsprudeln. Im Bad habe ich wiederum mit Nicole für eine Massage abgemacht. Sie findet meine Waden schon etwas „kieselig“ und mahnt mich zur Vorsicht. Eine Überbelastung kann schnell in eine Entzündung übergehen. Nach einer weiteren Wundermassage (mein Geheimtipp für alle müden SportlerInnen, die sich in den Ferien oder im Trainingslager eine fachkundige Massage leisten wollen: Nicole wohnt im höher gelegenen Nachbarsdorf Sent – und das Beste: sie macht die Massagen eben auch „outdoorlike“ draussen mit Ausblick übers Unterengadin… sie verzeihe mir ihre Namensnennung, aber es ist ja nur der Vorname, ausser das sie noch Guntern heisst…). Zum Abschied drückt mir Nicole noch eine Tasche mit Spaghetti und selbst gemachten Sugo für heute Abend in die Hand – eine wahre Engelsgabe, denn auf Kochen haben ich definitiv keine Lust. Solche Gesten, wie auch die ganzen Vorbereitungen von Gianna und die Unterstützung unserer Sponsoren sind ein grosser Teil von Kurt’s und meine Leistung hier am Transalpine Run. An der Stelle hier einfach einmal ein Dankeschön an alle Personen die auch ungenannt beteiligt sind. Ebenso ein Sorry an meine Freunde, deren soziale Kontakte ich aufgrund meiner Kombination von Geschäftsaufbau-Training vernachlässigt habe und ein Merci an meine Familie, die mein manchmal ungestümes Herumsausen ertragen, wenn sie mich denn einmal zu Augen bekommen.


Fazit des Tages


Nach fünf Etappen dürfen wir feststellen: Es ist kaum ein Zufall, dass wir bergauf äusserst stark laufen. Das Laufparadies Unterengadin ist prädestiniert für längere und kürzere Trainingseinheiten und ist ein „Trail Runner’s heaven“. Der Bergsprint war der eigentliche Easy-Day dieser acht Tage, hatte es aber trotzdem in sich –belastungs- und wettermässig. Morgen verlasen wir das heimische Scuol und werden in Richtung Vinschgau ziehen. Am übernächsten Tag erwartet dann nach meiner Einschätzung die verbleibende Schlüsseletappe von Mals nach Schlanders mit dem Dach der Tour über 3000 m.ü.M. Da geht’s mächtig lang rauf und runter. Physische und mentale Kräfte sind gefragt. Kurt und ich werden uns diesen stellen müssen.

PS: Morgen wird der Text mit Sicherheit kürzer!...

...und ganz wichtig: um die 7., und 8. Etappe im Blog lesen zu können, bitte diese rechts oben im Blog-Archiv ("August 8") anklicken!!!

Herzlichst,

Fränzi und Kurt



Sponsoren: Raiffeisen Engiadina, Scuol / Engadin Scuol Touristik AG / Outdoor Engadin, Laufschule Scuol / Salomon Sportbekleidung / Energia Engiadina Scuol / Meier-BECK Sta. Maria V.M. / Stickerei Sarsura Zernez /
http://www.outdoor-engadin.ch/

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